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Die ältesten Reiseberichte sind die von Skylax von Koryanda und von Pytheas von Massilia . Letztere haben ihre Reisen beschrieben, Skylax die Seinige unter dem Titel "Periplus", eine Nennung, die in der Folge für ähnliche Reisewerke häufig angewandt wurde.
Die Geschichtsbücher des Herodot, welche eine Beschreibung seiner Reisen enthalten, können ebenfalls als Reisebericht betrachtet werden. Dagegen findet sich unter den Schriften der Römer eine eigentliche Reisebeschreibung nicht. Die Itineraria derselben waren ca. Reiserouten oder erste Versuche von Verkehrskarten .
Die Reiseliteratur des Altertums war dürftig und auch aus dem frühen Mittelalter sind uns ca. wenige Werke dieser Art erhalten. So z.B. die Berichte über die Unternehmungen der Skandinavier nach den Färoern , nach Island, Grönland und Winland (das heutige Nordamerika) und die aus Befehl des Königs Alfred unternommenen Expeditionen Othars und Wulfstans.
Dagegen hat die jüdische und arabische Literatur des Mittelalters eine ganze Reihe von Reisewerken aufzuweisen, wie die der Araber Ibn Batiita , Ibn Foslan , Alberuui , Ibn Djobail , des Juden Benjamin von Tudela und Andere. Sie sind sämtlich wichtige Quellen für die Kunde der damaligen Verhältnisse in diesen Ländern.
Für die Kenntnis Ostasiens sind die Reisen buddhistischer Priester, wie z.B. Fahealig und besonders Hiuenthsang , von Bedeutung.
Zentralasien wurde durch die 1246 vom Papst an Dschinghis Khan abgeordnete Gesandtschaft näher bekannt, die von Piano di Carpine geführt wurde. Als durch die Mongolen der Handel begünstigt wurde und ein geordneter Überlandverkehr bis nach Peking entstand, konnte der Florentiner Handlungsreisende Balducci Pegoletti in dem Jahr 1376 über die hier verfolgte Straße berichten.
Das spätere Mittelalter lieferte zahlreiche Berichte über das seit den Zeiten der Kreuzzüge vielbesuchte Heilige Land, so von Borchard, John Mandeville, Felix Fubri und Anderen, welche zu dem Teil in Feyerabends "Reyssbuch dess Heyligen Landes " (Frankfurt 1584) gesammelt wurden.
Gegen Ende des Mittelalters veranlasste der Handelsgeist der Venezianer zur Abfassung von Reisewerken, von denen ca. die des Venezianers Marco Polo und der Gebrüder Zeno genannt zu werden brauchen.
Seit Erfindung der Buchdruckerkunst wuchs die Reiseliteratur bald massenhaft an, nachdem die Entdeckung Amerikas und die Expeditionen der Portugiesen nachdem Indischen Ozean, verbunden mit dem Wiederaufleben wissenschaftlichen Strebens überhaupt, der Forschung neue und weite Gebiete eröffnet hatten. So entstanden denn bereits in dem 16. Jahrhundert Sammlungen von Reisewerken, wie die von Huttich und Grynäus (1532), Ramusio (1550 ff.), Halluyt (1598 ff.).
In der Mitte des 17. Jahrhunderts erhielten die Reisebeschreibungen neue Nahrung durch den Aufschwung des Handels, namentlich der Engländer. Mit ihnen behaupteten Deutsche, Franzosen, Nordamerikaner, Holländer und Russen in der wissenschaftlichen Reiseliteratur den ersten Platz.
Ende des 19. Jahrhunderts lagen über fast alle Gegenden der Erde Reiseberichte wissenschaftlich gebildeter Reisender in den Sprachen fast aller "zivilisierten" Völker vor. Die in fremden Sprachen verfaßten Berichte nicht deutscher Forscher wurden dem deutschen Publikum teilweise in Übersetzungen zugänglich gemacht.
Unter den Deutschen, deren Reiseberichte sich besonders auszeichneten, nehmen Georg Forster und Alexander von Humboldt eine besondere Bedeutung ein; bedeutend für die Kenntnis Amerikas waren die Werke des Prinzen Maximilian von Wied-Neuwied, von Martius, Pöppig, Schomburgk, Tschudi, Burmeister, Philippi, Appun, Reiß, Stübel, Frantzius, Güßfeldt, v. d. Steinen, für die Afrikas die Berichte von Hornemann, Barth, Roscher, Rüppell, Russegger, Heuglin, Rohlfs, Nachtigal, Schweinfurth, v. d. Decken, Junker, Lenz, Hildebrandt, Mohr, Falkenstein, Pechuel, Loesche, Flegel, Pogge, Buchner, Holub, Buchholz, Mechow, Wißmann, Hahn, Mauch, Schnitzer, Zöller, speziell für Ägypten Lepsius und Klunzinger, für China v. Richthofen, Kreitner, für die von Indien und Hochasien die Berichte der Gebrüder Schlagintweit, Leitners und Stoliczkas, für Hinterindien Bastian, für den Indischen Archipel Junghuhn, Semper und Jagor, in russischen Diensten v. Baer, Schrenk, Middendorf u. a. für das nördliche und östliche Asien, Abich und Radde für die Kaukasusländer, für Australien Leichhardt und F. v. Müller, für Neuseeland Dieffenbach, Hochstetter und Haast, für Ozeanien die in russischen Diensten stehenden Deutschen Kotzebue mit Chamisso, Krusenstern, Lütke, ferner A. B. Meyer, Finsch, Seemann, Gräffe, Bastian, für die Nordpolarländer Payer und Weyprecht.
Neben der wissenschaftlichen Reiseliteratur entwickelte sich mit der Verbesserung der Verkehrsmittel gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine andere entwickelt, welche sich nach den mehr bekannten Ländern der Erde richtet und vorzugsweise Schönheiten der Natur, die sozialen und politischen Verhältnisse behandelt oder die persönlichen Erlebnisse, Betrachtungen und Empfindungen des Reisenden in den Vordergrund stellt und daher mehr oder weniger belletristischer Beschaffenheit ist.
Auf diesem Gebiet sind folgende deutsche Autoren zu erwähnen: Kohl, Wagner, Gerstäcker, Fallmerayer, Ida Pfeiffer, Thümmel, Stahl, v. Hügel, Pückler-Muskau, Heinrich Heine, Venedey, Mügge, Schmarda, v. Scherzer, v. Maltzan, Vambéry, Willkomm, Möllhausen, G. Rasch, Gregorovius, v. Löher, Rodenberg, A. Ziegler, Faucher, v. Hübner, H. Meyer, Passarge u. a.
Als Grenzfall der Reisebeschreibung sind die Produkte der Phantasie, welcheins Gewand eines Reisebeerichts gekleidet sind: die so genannten Robinsonaden und die fingierten naturwissenschaftlichen Reisebeschreibungen, wie sie beispielsweise Jules Verne mit Erfolg gepflegt hat.
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